24 | 01 | 2018


Die getesteten Usenet Provider im Vergleich:
Mehr über das Usenet:

Was ist das Usenet?


Was ist das Usenet?


Das Usenet wurde erstmals unter dem Namen Unix User Network (dt. Unix-Benutzer-Netzwerk) genutzt. Es handelt sich um einen eigenständigen Netzwerkdienst, der unabhängig vom Internet ist und bereits vor dem World Wide Web zugänglich war. Das Usenet ist selbstständig und dezentral. Dies bedeutet, dass es über viele voneinander unabhängige Server läuft. Es besteht aus News-Servern, die weltweit verfügbar sind und dem Austausch von Nachrichten und Daten dienen. An den fachlichen Diskussionsforen kann jeder teilnehmen, der sich auf einem der Server einloggt. Bis heute stellt das Usenet eine bedeutende Sammlung von Wissen dar und ist noch immer die größte Plattform zum Austausch von Daten und Nachrichten.

Das Usenet steht damit neben den bekannten One-Click-Hostern und erfuhr nach dem Abschalten von kino.to und megaupload.com einen neuen Aufschwung. Diese wurden aufgrund des exzessiven Speicherns und der Veröffentlichung von urheberrechtlich geschützten Inhalten abgeschaltet und sind seitdem nicht mehr verfügbar. Im Usenet sieht das anders aus. Aufgrund von Hochleistungsservern ist es sehr schnell und arbeitet mit einer unglaublich großen Datenmenge. Diese ist nicht überprüfbar, weshalb das Usenet zudem unzensiert ist. Der Download ist anonym und das Login erfolgt über die Serveradresse des Anbieters, einen Benutzernamen und ein Passwort. Die Datenmenge ist in Hierarchien, Subhierarchien und Newsgroups unterteilt, die wiederum in Text und Binary Newsgroups gesplittet sind. Die binären Newsgruppen enthalten dabei die Dateianhänge wie zum Beispiel Videos.


Wie entstand das Usenet?


Den Ursprung hat das Usenet an der Universität von North Carolina und der Duke University. Dort haben die Studenten Jim Ellis, Tom Truscott und Steve Bellovin nach einer Methode gesucht, um den Vorgänger des heutigen Internets – das Arpanet – zu umgehen. Zu dieser Zeit wurde das Arpanet nicht nur von Forschungseinrichtungen, sondern auch vom US-Militär ständig überwacht. Dabei entwickelten die drei Studenten den ersten Ansatz zum Usenet, indem sie ihre Universitätsrechner über die Telefonleitungen miteinander verbanden. Dies erfolgte über das UUCP-Protokoll (Unix to Unix Copy Protocol). Ihre Idee war es, eine Alternative zum Arpanet zu schaffen, die frei zugänglich ist. Durch Nutzung des UUCP-Protokolls war die Nutzung jedoch auf UNIX-Rechner beschränkt und verhinderte so die Teilnahme anderer Betriebssysteme am Usenet. Erst die Umstellung vom Arpanet auf das Internet und das dabei genutzte Protokoll NNTP ermöglichte die Nutzung mit anderen Betriebssystemen. Das Usenet wurde dezentralisiert und über TCP/IP-Leitungen konnte der Austausch über das Internet erfolgen. Trotzdem blieb dem Usenet das UUCP-Protokoll erhalten. Daher kann es noch immer unabhängig vom Internet arbeiten und bleibt ein eigenständig funktionierendes Netzwerk.


Wie funktioniert das Usenet?


In der Regel findet die Kommunikation bei Usenet nur in eine Richtung statt. Die Funktionsweise kann mit der einer Pinnwand verglichen werden. Ein Benutzer „heftet“ eine Nachricht an die Pinnwand. Diese Nachricht wird auch als Posting bezeichnet. Dort ist sie für Interessierte abruf- und lesbar. Diese Nachrichten werden allerdings üblicherweise nicht auf dem selben Weg beantwortet, sondern über andere Medien wie zum Beispiel das Telefon. Trotzdem können innerhalb des Usenets auch Nachrichten verschickt werden. Diese kommen allerdings nicht umgehend an, da sie einen längeren Weg durch verschiedene Server zurücklegen. Aufgrund der enormen Datenmengen und der hohen Anzahl an Teilnehmern kann über sogenannte Threads in Foren binnen kürzester Zeit eine Diskussion entstehen. Die Daten sind in den meisten Fällen deshalb unzensiert, da es eine sehr große Anzahl von Servern in verschiedenen Staaten gibt.


Wie ist das Usenet strukturiert?


Die bereits genannten Newsgroups gestalten das Usenet übersichtlicher und helfen den Nutzern, sich zurechtzufinden. Diese Gruppen sind in verschiedene Themen unterteilt und fungieren als Diskussionsforen. Diese Themen wiederum werden baumartig anderen Oberthemen zugeordnet, welche eine Hierarchie bilden. Schlussendlich ist dieses System mit einem großen Forum zu vergleichen, welches verschiedenste Interessensbereiche abdeckt. Zudem gibt es für Themen, zu denen keine Obergruppen existieren sogenannte Sammelgruppen, die die Endung misc für miscellaneous, also Verschiedenes, erhalten. Hierunter wird alles zusammengefasst, was in keinen anderen Themenbereich passt.

Abgesehen hiervon gibt es im Usenet verschiedene Hierarchien für Firmen und Organisationen, Länder und Regionen oder Städte sowie für bestimmte Einrichtungen oder Themenkomplexe. Entsprechende Namensteile sind dann zum Beispiel sci für science, also Wissenschaft, oder nrw für Nordrhein-Westfalen. Außerdem sind einige Hierarchien privat, andere öffentlich und damit frei zugänglich. Bei privaten Hierarchien ist die Weiterverbreitung von Daten auf andere Server nicht gerne gesehen oder gar verboten. Für Neulinge gibt es bestimmte Subhierarchien, in denen Fragen von erfahrenen Benutzern geklärt und beantwortet werden. Das System läuft ähnlich wie die bekannten FAQs von Internetseiten.


Wie wird auf das Usenet zugegriffen?


Um das Usenet nutzen zu können, wird eine bestimmte Software benötigt. Diese wird auf dem Rechner installiert und nennt sich Newsreader. Nur über dieses Programm ist der vollständige Zugriff möglich, wobei eingeschränkt auch über Webseiten oder E-Mail auf das Usenet zugegriffen werden kann. Dies wird dann als Web- beziehungsweise Mail-To-News-Gateway bezeichnet. Beim Einloggen im Newsreader muss der Benutzer zunächst die Adresse des gewünschten Servers auswählen, ehe dann die dort vorhandenen Newsgroups angezeigt werden. Aus diesen kann der Nutzer auswählen, sich die Threads anschauen, lesen oder selbst neue Postings verfassen.


Welche Umgangsformen und Regeln herrschen im Usenet?


Mit den Jahren hat sich im Usenet eine Netiquette ausgebildet, die das Verhalten innerhalb des Usenet vorgibt. Jeder Nutzer sollte sich daran halten, um nicht negativ aufzufallen. Dabei handelt es sich um Vorgaben zum Umgang mit anderen Nutzern, die mehr oder minder festgelegt sind und deren Beachtung zum guten Ton gehört. Aufgrund der bisher genannten Verzögerung, die durch die Weiterleitung zwischen verschiedenen Servern bedingt wird, ist wiederholtes Posten von Inhalten nicht gerne gesehen. Das Gleiche gilt für das Spammen von Werbung. Abgesehen davon sollte auch darauf verzichtet werden, den gleichen Inhalt in mehreren Gruppen zu posten. Im Usenet wird dieser Prozess als Crossposting bezeichnet und als störend empfunden.

Als Usenet Neuling ist es sinnvoll, zunächst die FAQ abzuarbeiten, um keine Fragen zu stellen, die dort bereits beantwortet wurden. Allerdings sollte auch beachtet werden, dass die Netiquette von Hierarchie zu Hierarchie variiert. Das bedeutet, dass Dinge, die in manchen Hierarchien vielleicht erwünscht sind, in anderen zu scharfen Reaktionen führen können. Allgemeingültige Regeln sind auch in den sogenannten Usenet-Laws zu finden. Grundsätzlich gilt, dass sich auch im Inter- oder Usenet so verhalten werden sollte, wie es im Alltag der Fall ist. Hierarchiepezifische Regeln beziehen sich dabei beispielsweise auf die Art der Formulierungen oder die Wahl des Benutzernamens.